Augenheilkunde
Patienteninfos

Augenkrankheiten und Behandlungsmöglichkeiten

Hier finden Sie Informationen zu Augenkrankheiten und Behandlungsmöglichkeiten.

Keratokonus

Was ist Keratokonus?

Keratokonus mit kegelförmiger Vorwölbung der Hornhaut
Keratokonus mit kegelförmiger Vorwölbung der Hornhaut

Es handelt sich hierbei um eine angeborene, meist beidseitig auftretende Hornhauterkrankung, welche zu einer kegelförmigen Vorwölbung und Verdünnung der Hornhaut führt.
Hierdurch kommt es zu einer Zunahme der Kurzsichtigkeit und einer unregelmäßigen Hornhautverkrümmung. Sehverschlechterung, Wahrnehmung von Lichtringen und Leuchtquellen, erhöhte Lichtempfindlichkeit und Blendung sind häufige Folgen. Frühe Stadien sind oftmals mit Brille und harten Kontaktlinsen zu korrigieren, im weiteren Verlauf der Erkrankung kann wegen einer Vernarbung eine Hornhauttransplantation notwendig werden.
 
Die Inzidenz beträgt 1/2000 in der Gesamtbevölkerung. Die Häufigkeit ist aber regional sehr unterschiedlich. Man geht heute davon aus, dass Männer und Frauen gleichermaßen betroffen sind.

Typischerweise beginnt der Keratokonus in der Pubertät und schreitet dann bei ca. 20% aller Keratokonuspatienten soweit voran, dass eine Hornhauttransplantation wegen einer Vernarbung oder einer irregulären Verkrümmung durchgeführt werden muss.

Deswegen ist der Keratokonus auch insgesamt gesehen mit bis zu 20% eine der häufigsten Indikationen zur lamellären oder perforierenden Keratoplastik. Selbst auf dem Hornhauttransplantat kann sich der Keratokonus nach Jahrzehnten wieder ausbilden.

Was merken die Patienten?

Beim Keratokonus kommt es zu einer vermehrten Auswölbung und Vorwölbung der Hornhaut. Da die Hornhaut ein wichtiger Bestandteil der Optik des Auges ist, entsteht dadurch eine Reihe verschiedener Symptome: diese umfassen Schwankungen in der Sehschärfe, eine Abnahme der Sehschärfe trotz Korrektur mit Brillenglas oder Kontaktlinse, das Wahrnehmen von Lichtringen um Leuchtquellen (“Halos”) sowie eine erhöhte Lichtempfindlichkeit und Blendung.

Sicht mit „normaler“ Hornhaut
Sicht mit „normaler“ Hornhaut
Sicht mit einem Keratokonus
Sicht mit einem Keratokonus
 

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Es gibt viele Möglichkeiten, die reduzierte Sehschärfe zu verbessern.

  • Brille
  • harte formstabile Kontaktlinsen
  • tiefe lamelläre oder auch perforierende Keratoplastiken
  • intrastromale Ringsegmente
  • Mini ARK
  • Hornhautvernetzung („collagen cross-linking“ = Hornhautstabilisierung mittels Riboflavin und UV-Licht)

Hornhautvernetzung (Crosslinking) bei Keratokonus

In den vergangenen Jahren wurde ein neues Verfahren zur Behandlung des Keratokonus entwickelt, die Hornhautvernetzung (corneal Crosslinking). Es handelt sich hierbei um eine Methode, die durch photochemische Vernetzung von Kollagenfasern der Hornhaut zu einer Erhöhung der mechanischen Stabilität der Hornhaut führt. Eine fortschreitende Vorwölbung
und Verdünnung der Hornhaut soll hierdurch gestoppt werden.

Dazu wird zunächst die oberflächlichste von 5 Zellschichten der Hornhaut (Epithel) mechanisch entfernt und dann die Hornhaut mit Vitamin B2 (Riboflavin)-Lösung beträufelt. Die anschließende 30minütige Bestrahlung mit UV-A Licht (Wellenlänge 370 nm) bewirkt die Vernetzung der Kollagenfasern der Hornhaut. Die Behandlung erfolgt in Tropfanästhesie (betäubende Augentropfen) und kann in der Regel ambulant durchgeführt werden. Zum Ende der Behandlung wird eine Verbandslinse aufgelegt und für ca. 3 Tage belassen.

Anschließend müssen sie für etwa 6 Wochen antibiotische und entzündungshemmende Augentropfen anwenden und regelmäßige Kontrolltermine beim Augenarzt wahrnehmen. An den ersten Tagen können teils stärkere Schmerzen auftreten, da die Hornhautoberfläche noch offen ist und das Epithel sich erst regenerieren muss. In diesem Fall lindern Schmerztabletten ihre Beschwerden.
Auch in anderen Bereichen der Medizin (z.B. Orthopädie, Herzchirurgie) wird das Crosslinking von Geweben seit längerer Zeit mit Erfolg angewendet. Die Anwendung an der Hornhaut des Auges stellt eine relativ neue Methode dar. Daher liegen noch keine Erkenntnisse über Langzeitergebnisse und etwaige Spätkomplikationen vor. Prinzipiell sind Infektionen und Entzündungen der Hornhaut, Hornhautgeschwüre und Hornhauttrübungen und die Entwicklung eines grauen Stares möglich. Hierdurch kann es zu einer dauerhaften Beeinträchtigung der Sehfunktion kommen. Nach den bisherigen Erfahrungen handelt es sich jedoch um ein komplikations- und nebenwirkungsarmes Verfahren.

In einem persönlichen Gespräch beantworten wir gerne und ausführlich alle ihre Fragen zum Keratokonus und seinen Behandlungsmöglichkeiten.

 
 

Netzhautablösung

Was ist eine Netzhautablösung?

Die Netzhautablösung stellt eine ernste Augenerkrankung dar, die unbehandelt meist zur Erblindung führt. Die von ihrer ernährenden Unterlage abgehobene Netzhaut verliert allmählich ihre Funktion. Auch nach operativer Wiederanlegung wird vielfach die volle Funktion nicht wiederhergestellt. Bleibende Sehminderung ist die Folge. Da die Netzhautablösung selten „aus heiterem Himmel“ kommt, sondern bestimmte Netzhautveränderungen der Ablösung oft Jahre vorausgehen, kann dieser Erkrankung wirksam vorgebeugt werden.

Vorbeugung

Netzhautveränderungen, die zur Ablösung führen können finden sich besonders häufig bei:

  1. Kurzsichtigen
  2. Personen mit familiärer Belastung (z.B. Netzhautablösung bei Vater oder Mutter)
  3. Zustand nach Augapfelprellung (z.B. Faustschlag auf das Auge)
  4. Personen mit vorausgegangener Netzhautablösung am Partnerauge

Da die Netzhautveränderungen zunächst keine Symptome anzeigen, können sie nur durch Untersuchung der Netzhaut vom Augenarzt entdeckt und behandelt werden.

Früherkennung

Folgende Symptome können Hinweis auf eine beginnende Netzhautablösung sein:

  1. Herum schwimmende Trübungen vor dem Auge („fliegende Mücken“)
  2. „Blitzen“ bei Kopfbewegungen
  3. „Russregen“
  4. Schatten von einer Seite

Bei plötzlichem Auftreten oder Zunahme derartiger Symptome sollte unbedingt ein Augenarzt aufgesucht werden.

 
 

Glaukom

Was ist ein Glaukom?

Das Glaukom, im Volksmund auch grüner Star genannt, ist eine Erkrankung, die den Sehnerv bei Nicht-Behandlung bis zur Erblindung gefährden kann. Etwa 1 Million Menschen sind in Deutschland an einem Glaukom erkrankt und 3 Millionen haben eine Vorstufe dieser Erkrankung. Etwa 2.4% der Gesamtbevölkerung ab dem 40. Lebensjahr sind betroffen und
die Häufigkeit steigt im Laufe des Alters bis auf 7%.
Es wird vermutet, dass etwa 2-3 Millionen Menschen in Deutschland ein Glaukom haben.

Wie äußert sich das Glaukom?

Während der Glaukomerkrankung kommt es zu einem irreparablen Untergang von Sehnervenfasern und Nervenzellen der Netzhaut. Dadurch entstehen Störungen der Sehfunktion, die sich meistens mit funktionellen Schäden im Randbereich des Gesichtsfeldes mit Erhalt der zentralen Sehfähigkeit äußern. Zu diesem Zeitpunkt gehen die meisten Patienten zum Augenarzt und hoffen, dass eine Sehverbesserung mit einer Brille erreicht werden kann. Leider kann die Minderung des Sehvermögens, die durch den Schaden des Glaukoms verursacht wird, nicht mehr wiederhergestellt werden. Dennoch sollte eine Behandlung erfolgen, um eine maximal mögliche Sehleistung so lang wie möglich zu erhalten.
Daher ist eine Glaukomfrühdiagnostik wichtig.

Untersuchung und Diagnosestellung

Wie bei jeder Augenerkrankung sind eine vollständige Anamnese und unterschiedliche ophthalmoskopische Untersuchungen wichtig. Um eine genaue Diagnose, Klassifikation und Therapie stellen zu können, sollten individuelle Untersuchungspläne erstellt werden.

Untersuchungen:

  • Prüfung der Sehschärfe
  • Augendruckmessung
  • Gonioskopie (Beurteilung des Kammerwinkels)
  • Hornhautdickenmessung
  • Direkte oder indirekte Ophthalmoskopie zur Beurteilung des Sehnervenkopfes und der Nervenfaserschicht
  • Vermessung des Sehnervens mittels HRT (Heidelberg Retina Tomograph) + des OCT (okuläre Kohärenztomographie)
  • Gesichtsfelduntersuchung

Aus den verschiedenen Untersuchungen kann für jeden Menschen ein eigenes Risikoprofil erstellt werden und ein individueller Zieldruck ermittelt werden. Bei der Berechnung des Zieldruckes werden ebenfalls das Alter, das Stadium der Glaukomerkrankung und weitere Risikofaktoren berücksichtigt.

Risikofaktoren

Der häufigste Risikofaktor ist eine Erhöhung des Augendruckes, meist in folge einer Dysregulation von Produktion und Abfluss des Kammerwassers. Somit ist eine Senkung
und Kontrolle des Augendruckes seit langem Ziel der Glaukombehandlung.
Jedoch wurde auch beobachtet, dass bei Glaukompatienten mit einem „normalen“ Augendruck (Normwerte:10 – 20mmHg) eine Sehnervenschädigung mit weiteren Gesichtsfelddefekten zunehmen kann. Dies lässt auf unabhängige neuropathologische Mechanismen schließen, die in vielen Fällen der Glaukomerkrankung eine Rolle spielen. Aus diesem Grund sollten Personen, bei denen Risikofaktoren für ein Glaukom bestehen, sich regelmäßig untersuchen lassen.
Bei Glaukompatienten kann die Tagesrhythmik des Augendruckes aufgehoben sein.
(Normalerweise ist der Augendruck in den frühen Morgenstunden am höchsten.)
Eine Erstellung eines Augendruckverlaufes über 24 Stunden ist daher in Einzelfällen anzuraten.

Durchblutungsstörungen können zu einem Fortschreiten des Sehnervenschadens beitragen. Durch eine schlechte Durchblutung vor allem am Sehnerv kann es zu weiteren Nervenzellverlusten kommen. Vor allem stark schwankende Blutdruckwerte sind als Risikofaktor anzusehen. In mehreren Studien konnte gezeigt werden, dass Glaukompatienten gehäuft in der Nacht zu niedrige Blutdruckwerte haben.
Daher ist es ratsam, auch gerade wenn eine Bluthochdrucktherapie angewendet wird, eine 24h-Blutdruckmessung durchzuführen.
Ein weiterer Risikofaktor sind die so genannten Gefäßkrämpfe. Durch die Gefäßkrämpfe kommt es zur Verengung der Blutgefäße und zu einer deutlich verminderten Durchblutung.

Weitere Risikofaktoren:

  • Hohes Lebensalter
  • Hohe Kurzsichtigkeit (Offenwinkelglaukom)
  • Hohe Weitsichtigkeit (Engwinkelglaukom)
  • genetische Veranlagung
  • ethnische Gruppe: Bei dunkelhäutigen Personen besteht ein bis zu 5 Mal höheres Risiko an einem Glaukom zu erkranken als bei hellhäutigen Personen

Therapie

Haupttherapieprinzip ist die Senkung des Augendruckes. Meistens wird am Anfang mit einer medikamentösen Therapie begonnen. Wenn die maximale Tropfentherapie nicht ausreicht, muss eine operative Behandlung erwogen werden.
Es gibt verschiedene Operationsmöglichkeiten, die bei den verschiedenen Glaukomformen sinnvoll sein können.
 

  • Laserbehandlung (YAG-Iridotomie, Argonlaser-Trabekuloplastik, SLT= Selektive Laser-Trabekuloplastik)
  • Zyklophotokoagulation
  • Zyklokryokoagulation
  • Iridektomie
  • filtrierender Eingriff (Trabekulektomie)
  • Tiefe Skleraresektion oder Viskokanalostomie
  • Verbesserung des Kammerwasserabflusses mittels Viskokanaloplastik
  • Einsetzten eines Drainage – Implantates

Vorsorge

Ihre Augen sind nicht am Glaukom erkrankt und Sie haben keine Risikofaktoren: Die Glaukomvorsorge sollte in 3 Jahren wiederholt werden. Sind Sie älter als 65 Jahre, sollten Sie sich jährlich untersuchen lassen.

Ihre Augen sind nicht am Glaukom erkrankt, Sie haben jedoch Risikofaktoren: Dann sollten Sie ab dem 40. Lebensjahr 1x jährlich kontrolliert werden.

Bei Glaukomverdacht oder Erkrankung sollten engmaschigere Kontrollen unabhängig vom Alter erfolgen.

Kosten:
Anders als die Krebsfrüherkennung, die von den gesetzlichen Krankenkasse bezahlt wird, gehört die Untersuchung zur Früherkennung eines Glaukoms nicht zur gesetzlichen Vorsorgeleistung. Daher sind die Kosten für die Untersuchung vom Patienten selbst zu tragen.

 
 

Grauer Star

Was ist "Grauer Star"?

Unter dem Begriff „grauer Star“ (auch Katarakt oder Cataract genannt) versteht man eine Trübung der menschlichen Augenlinse.
Die Beeinträchtigung des Sehvermögens durch den grauen Star ist abhängig vom Ausmaß der Linsentrübung. Durch den grauen Star kommt es zu einer vermehrten Blendungsempfindlichkeit und zu einer Herabsetzung der Sehschärfe für die Ferne und die Nähe. Diese Störung macht sich besonders unter ungünstigen Beleuchtungsverhältnissen bemerkbar. Durch die getrübte Linse wird kein klares Bild mehr abgebildet. Der Trübungseffekt ist vergleichbar mit einer mehr oder weniger verschmutzten Fensterscheibe.

Die häufigste Ursache des grauen Stars ist ein Alterungsprozess der Linse. Es kann sich aber auch bei verschiedenen Allgemeinerkrankungen oder Verletzungen ein grauer Star bilden.

Eine wirksame medikamentöse Behandlung der Linsentrübung gibt es nicht.
Die einzige erfolgreiche Behandlung besteht in einer operativen Entfernung der getrübten Linse. Gleichzeitig wird in der Regel eine künstliche Linse eingepflanzt.
Der Zeitpunkt der Operation hängt von den persönlichen Anforderungen an das Sehvermögen ab, in manchen Fällen auch von bestehenden Zusatzerkrankungen. Die Entfernung der getrübten Linse ist die häufigste Operation in der gesamten Medizin. Sie ist schmerzlos und steigert die Lebensqualität deutlich.

Auch die durch Allgemeinerkrankungen oder andere Augenerkrankungen (Diabetes mellitus, seltenere Stoffwechselstörungen, entzündliche Veränderungen am Auge, Augenverletzungen) verursachten Affektionen der Linse wie auch die vielfältigen Trübungen der Augenlinse im Säuglings- oder Kindesalter können in unserem MVZ diagnostiziert werden.
Diese gelegentlich schwierigen Operationsverfahren, die bei Vorliegen einer solchen
Veränderung der Linse notwendig werden, können unter stationären Bedingungen stattfinden, sollte es der Augen- bzw. der Allgemeinzustand des jeweiligen Patienten erfordern. (Beachte: Kostenzusage der Krankenkasse und stationäre Einweisung ihres Augenarztes erforderlich)!!!

Der graue Star sollte nicht mit dem grünen Star verwechselt werden. Der grüne Star bezeichnet eine Erkrankung des Sehnervs, die im allgemeinen mit einer Erhöhung des Augeninnendrucks einhergeht (siehe auch grüner Star).

Ergänzend möchten wir auf die unterschiedlichen Möglichkeiten des Linsenersatzes hinweisen. Informationen zu verschiedenen Linsendesigns finden Sie in unserer Patienteninformation Operation am Grauen Star.

 
 

Altersbezogene Makuladegeneration (AMD)

Krankheitsbild und Erscheinungsformen

Ein grauer oder dunkler Fleck, der nicht mehr verschwindet – mitten im Gesichtsfeld – ist ihnen das schon einmal aufgefallen?
In vielen Fällen liegt dann eine altersbedingte Makuladegeneration (AMD) vor. Und zu Recht wird diese Erkrankung am Augenhintergrund als eine der „Geißeln des Alterns“ bezeichnet.

Die AMD kommt in zwei verschiedenen Formen vor:

  1. Die trockene Form mit sehr langsam zunehmendem Sehschärfenverlust.
  2. Die feuchte Form, die zum Teil sehr rasch zu einer erheblichen Einschränkung des Sehvermögens führen kann.

Die trockene Form findet man bei zirka 85 bis 90 Prozent der an AMD Erkrankten, die feuchte, wesentlich aggressivere Form der AMD liegt bei den restlichen 10 bis 15 Prozent der Betroffenen vor.
Beide Formen haben gemeinsam, dass sie zu einem Untergang der für das scharfe Sehen sehr wichtigen Sinneszellen der zentralen Netzhaut, der so genannten Makula (Makula = gelber Fleck = Stelle des schärfsten Sehens) führen.

Die umgangssprachlich als Altersblindheit bezeichnete Augenerkrankung umschreibt die altersbedingte Makuladegeneration. Der Name charakterisiert die wesentlichen Merkmale der Erkrankung: Beeinträchtigung des Sehvermögens im höheren Lebensalter. Die AMD ist in Deutschland die häufigste Ursache für den Verlust der Lesefähigkeit ab dem 50. Lebensjahr.

Ein gesunder Lebensstil ist keine Garantie für lebenslange Gesundheit. Auch bei der AMD spielt Veranlagung eine Rolle. Daher kann die AMD genbedingt vererbt werden. Die AMD ist auch eine Wohlstandserkrankung. Rauchen verschlechtert den Verlauf erheblich. Kalorienreiche Ernährung, Übergewicht und Bewegungsmangel sind ebenfalls ungünstige Faktoren. Die Makula ist das Zentrum der Netzhaut. Dort finden sich die meisten Sinneszellen. Daher erreichen wir an dieser Stelle die beste Sehschärfe. Bei Schädigungen der Makula können keine Bildinformationen aufgenommen und schließlich zum Gehirn weitergeleitet werden. Bei Makulaschäden sind es die kleinen Dinge, die nicht mehr gesehen werden können. Zum Beispiel kann ein Mensch erkannt werden jedoch fehlt das Gesicht ganz oder teilweise. Beim Lesen ist der Text nicht zu erkennen oder es fehlen Buchstaben, Worte oder ganze Zeilen. Da es sich um eine Schädigung des Zentrums der Netzhaut handelt kann es nie zur kompletten Erblindung kommen. Es fehlt lediglich die Mitte des gesehenen Bildes. Alles andere ist noch sichtbar. Damit bleibt die Orientierung komplett erhalten.

Die trockene altersbedingte Makuladegeneration

Die häufigste und glücklicherweise auch langsamer fortschreitende Form ist die trockene AMD. Bei ihr kommt es als Zeichen der Verschleißerscheinung neben verminderter Durchblutung zu Ablagerungen, sogenannten Drusen unter der Netzhaut.
Zu Beginn sind Veränderungen im Auge erkennbar, obwohl die Sehkraft noch normal ist. Häufig finden sich die Veränderungen bereits an der Netzhaut bevor eine Sehverschlechterung bemerkt wird.

Anfangs wirken Buchstaben beim Lesen unruhig dann fehlen Teile eines Worte. Manchmal wirken gerade Linien gewellt oder es fehlt genau dort wo man hinsehen will ein Stück vom Bild. Bereits entstandene Schäden können nicht repariert werden. Auch hier sind Rauchen, Bluthochdruck, Übergewicht und hohes Cholesterin Risikofaktoren.
Auch starkes Sonnenlicht kann einen Makulaschaden verstärken.
Durch gesunde Ernährung mit Vitaminen, Mineralien und Omega-3-Fettsäuren können die Zellen der Netzhaut gestärkt werden. Es gibt auch eine Vielzahl von Nahrungsergänzungsmitteln, die dem Körper in Form von Tabletten hochkonzentriert die genannten Stoffe liefern.

Die feuchte altersbedingte Makuladegeneration

Die feuchte Form zeichnet sich durch eine Einsprossung von krankhaften Blutgefäßen unter der zentralen Netzhaut aus. Dies ist oftmals eine „Rettungsreaktion“ des Auges auf eine vorausgegangene schlechte Ernährungssituation der Makula; wobei das Auge sich durch Neubildung von blutzuführenden Gefäßen, die die notwendigen Nährstoffe für das gute Sehen zur Makula befördern, selbst helfen will. Diese allerdings minderwertigen Gefäßneubildungen führen jedoch meistens zum gegenteiligen Effekt. Die zerbrechlichen Gefäße werden undicht und es tritt Flüssigkeit, oftmals auch Blut, zwischen Pigmentzellschicht und Netzhaut aus.
Schließlich kommt es zum Verlust der Sinneszellen der zentralen Netzhaut und damit zu einer deutlichen Minderung der Sehschärfe.

Eine plötzliche Sehverschlechterung und ein häufig dramatischer Verlauf sind für die feuchte AMD charakteristisch. Sie kann völlig unerwartet, ohne jegliche Vorzeichen auftreten oder auf dem Boden einer lange bekannten trockenen AMD entstehen. Es wachsen neue Adern unter der Netzhaut wo natürlicherweise keine Adern vorkommen. Diese Adern sind instabil. Es tritt Flüssigkeit durch ihre undichten Wände aus und verteilt sich unter der Netzhaut. Manchmal kann es auch zu Blutungen kommen.
Die Flüssigkeit und das Blut schädigen die Netzhautzellen. Sobald das Zentrum der Netzhaut also die Makula hiervon betroffen ist verschlechtert sich die Sehschärfe drastisch. Gerade Linien erscheinen stark gebogen. Dies kann innerhalb weniger Stunden geschehen. Jetzt sollte rasch der Augenarzt das Ausmaß der Netzhautschädigung beurteilen und, wenn möglich, eine Therapie beginnen.
Erstes Ziel ist es, eine weitere Verschlechterung zu verhindern. Häufig bessert sich sogar das Sehen und im günstigsten Fall kann wieder eine annährend normale Sehkraft erreicht werden. Leider kommt selten auch eine Verschlechterung trotz Therapie vor.

Risikofaktoren

Als Risikofaktoren gelten:

Alter: Personen über 50 Jahre haben ein erhöhtes AMD-Risiko. Je höher das Alter, umso höher das Risiko.
Geschlecht: Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer.
Hautfarbe: Hellhäutige leiden häufiger an AMD als Dunkelhäutige
Erbliche Ursachen: Ist innerhalb der Familie eine Person an AMD erkrankt, so haben alle anderen Mitglieder dieser Familie ein erhöhtes Risiko, ebenfalls zu erkranken.
Rauchen: Rauchen erhöht das AMD-Risiko um ein Vielfaches.
 
 

Wie erkennt man die ersten Symptome?

  • Linien von zum Beispiel Fliesenfugen, Bordsteinkanten oder Tür- oder Fensterrahmen erscheinen krumm oder wellig
  • Verschwommenes und unscharfes Sehen zunächst nur in der Ferne
  • Grauer Fleck im Zentrum des Gesichtsfeldes, der nicht mehr verschwindet


Vorsicht!!!
Häufig wird die AMD zu spät wahrgenommen, weil das gesunde Auge die Veränderung der Sehqualität des erkrankten Auges kompensiert. Die AMD ist nicht schmerzhaft, dadurch fehlt ein wichtiges Warnsymptom. Daher sollten immer beide Augen getrennt kontrolliert werden.
Die Prüfung mit dem so genannten Amsler-Gitter-Test, die man sehr einfach selbst durchführen kann, zeigt dem Betroffenen bereits frühzeitig, ob Veränderungen der Bildwahrnehmung bestehen.


Therapie

Behandlung der feuchten altersbedingten Makuladegeneration (AMD):

Die modernste und wirksamste Therapie ist die Verwendung von Medikamenten, welche die unerwünschten Adern unter der Netzhaut abdichten, ihr Wachstum stoppen und möglichst ihre Rückbildung erreichen.

Verschiedene Wirkstoffe stehen dem Augenarzt zur Verfügung. Die Art der Anwendung ist bei allen gleich. Das Medikament muss in zeitlichen Abständen mit einer sehr feinen Nadel in das Auge eingegeben werden. Das klingt unangenehm, ist aber kaum spürbar. Das Auge wird vor der Injektion mit Augentropfen betäubt. In erfahrenen Händen ist es ein kurzer und sehr sicherer Eingriff. Er sollte aber nur in einem Augen-OP unter sterilen Bedingungen erfolgen.

Der Vorteil dieser Behandlung ist, dass der Wirkstoff direkt an den Ort des Geschehens gebracht wird. In das Auge injiziert, kann er diesen Ort nicht sofort verlassen. Er bleibt in hoher Konzentration dort wo er gebraucht wird und kann vom Körper nur sehr langsam abgebaut oder ausgeschieden werden. Deshalb sind auch keine Nebenwirkungen im restlichen Körper zu erwarten.
Auch wenn die feuchte AMD erfolgreich abgeheilt ist sind weitere Kontrollen nötig. Es kann zu jedem Zeitpunkt eine Reaktivierung stattfinden, die erneute Behandlungen erforderlich macht.
Auch ist leider nicht jedes Auge für eine Therapie geeignet, zum Beispiel wenn die AMD bereits zu weit fortgeschritten ist, sollte dem Urteil des Augenarztes vertraut werden, auch wenn es schwer fällt.

Vielerorts gibt es Angebote an vermeidlichen Therapien, deren Nutzen bislang in keiner Studie bewiesen wurde. Diese fragwürdigen Behandlungen werden nicht von der Krankenkasse bezahlt. Häufig entstehen hohe Kosten ohne jeglichen Erfolg. Generell wird ab dem 40. Lebensjahr alle 2 Jahre eine Routineuntersuchung beim Augenarzt empfohlen, um frühe Veränderungen im Auge zu erkennen. Wichtige Untersuchungen wie die Fluoreszenzangiographie (FLA) oder die optische Cohärenztomographie (OCT) können bereits bei der Erstuntersuchung vorgenommen werden, wenn Veränderungen bereits bei der Augenhintergrundspiegelung auffällig wurden. Ihr Augenarzt wird sie über die Notwendigkeit der jeweiligen Untersuchungsform aufklären.

In jedem Fall sollte jede Möglichkeit genutzt werden, den Sehrest trotz AMD zu ver-
bessern. Ein evtl. bestehender grauer Star (Katarakt) sollte behandelt werden. Gutes
Licht hilft enorm beim Lesen. Die Brille kann Sehfehler korrigieren. Es gibt spezielle Lichtfilter, die zum einen den Kontrast verbessern und zum anderen die Makula vor zu starkem Licht schützen. Wenn die Sehschärfe reduziert ist, können Texte mit Lupen oder elektronischen Bildschirmlesegeräten vergrößert werden. Rat und Unterstützung gibt es bei Selbsthilfegruppen und dem Blindenbund (z.B. Christoffel Blindenmission).
Der Augenarzt Ihres Vertrauens sollte Sie untersuchen, beraten und ggf. durch die entsprechende Therapie begleiten.

 
 
 
 
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